Außenwand

Die größten Energiefresser im Haus sind eine veraltete Heizung oder aber Verluste über Fenster, Dach, Keller und die flächenmäßig größte Schnittstelle nach Außen, die Außenwände. Ihre Beschaffenheit ist daher für den Energieverbrauch (Wärmebedarf) maßgeblich.

Der Energieverbrauch wiederum bestimmt mitunter auch den Wert ihrer Immobilie: Seit 2008 ist der Gebäudeausweis im Neubau verpflichtend. Er stellt Ihrem Haus ein Zeugnis aus, in dem der Energieverbrauch (Energiekennzahl) benotet und ausgewiesen wird. Bei Förderungen entscheidet diese Zahl auch über die Förderhöhe (Förderungen Sanierung, Förderungen Neubau).

Nicht vergessen:

  • Bauordnung des jeweiligen Bundeslandes überprüfen! Beispielsweise gibt es in OÖ für jeden Wärme übertragenden Gebäudeteil eine Mindestanforderung!
  • Baumaterialien sind mit dem U-Wert gekennzeichnet (Maß für den Wärmeverlust von Bauteilen). So wird der Vergleich einfach. Je niedriger der Wert, desto weniger Energieverlust.
  • Grundsätzlich: Förderungen für Eigenheime in OÖ gibt es nur mehr bis zu einer Nutzheizenergie-Kennzahl (NEZ) von höchsten 50 kWh/m2a bzw. darunter – die Wahl Ihrer Baumaterialien ist auch dafür ausschlaggebend!
  • Erker erhöhen den Energieverbrauch.
  • Neben der Wärmedämmung ist auch die Luftdichtheit wichtig, denn pfeift neben der Wärmedämmung die warme Luft ins Freie, hilft auch die stärkste Dämmung nicht.

Herkömmliche Gebäudehüllen:

  • Einschalige Fassade: nach heutigem Standard hoch dämmende Mauersteine, Wandstärke von bis zu 50 cm, keine zusätzliche Dämmschicht erforderlich. Ansonsten liegt die wirtschafltich optimale Dämmstärke derzeit bei rund 16 cm. Je nach Mauerdicke erreichen Sie so einen Wärmeschutz (U-Wert ab 0,20 W/m2K) für das Bauen im Niedrigenergiehaus-Standard.
  • Einschaliges Mauerwerk mit Fassadendämmung wie z. B. Vollwärmeschutz oder vorgehängte Fassade. Je nach Dämmstoffdicke erreichen Sie damit Wärmedämmwerte auch für den Passivhaus-Standard (U-Werte unter 0,15 W/m2K). 
  • Holzriegelbau (vor allem bei Fertigteilhäusern): 20 cm Dämmung zwischen den Holzstehern und innere und äußere Verkleidung bringen gute Wärmewerte, dabei auf Winddichtung und Dampfbremse achten! Grundsätzlich hat diese Konstruktionsform im Fertigteilbau gegenüber der Blockbauweise den Vorteil eines geringeren Holzbedarfs und der besseren Wärmedämmmöglichkeit.
  • Für Sanierung und Neubau geeignet sind hinterlüftete Fassaden, die für geringere Tauwasserausfälle und ein angenehmes Raumklima sorgen.

Achtung Sanierer:

Wenn man bedenkt, dass bis zu 75 % der Wärme im nicht sanierten Haus über die Außenwände austreten kann, macht eine nachträgliche Dämmung durchaus Sinn und spart enorme Energiekosten. Ein so genanntes Wärmedämm-Verbundsystem (WDVS, umgangssprachlich "Vollwärmeschutz") schafft hier erhebliche Abhilfe.

Grundsätzlich ist es auch möglich, nachträglich an der Innenseite zu dämmen. In diesem  Fall unbedingt Dampfsperre an der Innenseite der Dämmung vorsehen: Gefahr von Tauwasserbildung und in der Folge Schimmelbildung an Ecken und Wärmebrücken!

Allgemein: Um den Erfolg der Sanierung zu optimieren, vorher eine bauthermografische Messung durchführen lassen. Dabei wird mit einer Wärmebildkamera gemessen, wie gut die thermische Qualität der Gebäudehülle ist und wo ihre Schwachstellen liegen. Dies ermöglicht eine gezielte Sanierung.

In einem nicht sanierten Haus gehen bis zu drei Viertel der Wärme über die Außenwände verloren. Sanieren zahlt sich aus!