Baufehler
Wo gearbeitet wird, können Fehler passieren. Die Folgen solcher Baufehler werden leider oft erst im Nachhinein entdeckt, können meist nur mit großem Aufwand behoben werden und zu langwierigen Auseinandersetzungen führen.
Bei optimaler Planung und gutem Controlling lassen sich „Bausünden“ von vorneherein vermeiden. Im Folgenden finden Sie eine kurze Auflistung typischer Baufehler:
Wärmebrücken (siehe auch Kapitel Wärmebrücken)
- Generell gilt: auf fachgerechte Bauausführung achten, hier liegt die größte Schwachstelle für später auftretende Probleme.
- Immer auf den richtigen Einbau von Fenstern, Türen und Rollladenkästen achten (Dämmung von Fensterstürzen und Rollladenkästen, richtige Einstellung)
- Wichtig: thermische Trennung von auskragenden Bauteilen wie Balkonen und Terrassen sowie Dämmung von Deckenanschlüssen
- Wärmebrücken vor allem bei mehrschaligen Konstruktionen, im Bereich der Dachschrägen und Gaupen und im Sockelbereich (Dämmung der Kellerwand!)
Dichtheit: (siehe auch Kapitel Dichtheit)
- Holzständerkonstruktionen bzw. Leichtbaukonstruktionen immer außenseitig winddicht machen (ausgenommen hinterlüftete Ebenen)
- Auf winddichte Anschlüsse bei Übergängen wie Keller zu Erdgeschoßwand oder Wand zu Dachschräge achten
- Bei Dampfbremsen bzw. Dampfsperren auf saubere, dichte Verlegung mit Stufenfalz und Verkleben der Stöße achten
- Schwachstelle Undichtheit: der Anschluss Dachstuhl – Mauerwerk und Dachdurchdringungen
Wärmedämmung:
Unbedingt auf ordnungsgemäße Anbringung der Wärmedämmung achten!
- An die Wärmedämmung darf keine Feuchtigkeit gelangen! Durchfeuchtete Wärmedämmung (etwa durch Schlagregen) senkt den Wärmedämmwert erheblich.
- Winddichte Ausführung ist ebenso wichtig.
- Achtung: auf ausreichende Dämmstärken achten. Die Länder geben Mindest-U-Werte vor, wenn eine Förderung in Anspruch genommen wird. Grundsätzlich gilt: Je höher die Temperatur, die gegen außen getrennt werden muss, um so stärker muss die Wärmedämmung sein.
Drainage/Feuchtigkeitsisolierung:
Feuchtigkeit ist der größte Feind eines Hauses. Durch Regen sowie Sickerwasser im Kellerbereich, das allmählich aufsteigt, können schwerwiegende Schäden an der Bausubstanz entstehen. Vorbeugen ist hier besser als heilen: Ist eine Wand erst einmal durchfeuchtet, nimmt ihre Wämedämmeigenschaft (und unter Umständen auch ihre Tragfähigkeit) rapide ab.
- Fassaden und Bauteilanschlüsse müssen so verarbeitet werden, dass die Feuchtigkeit keine Chance hat.
- In Spezialfällen können neu entwickelte lösungsmittelfreie Produkte auf Silikonbasis als "Schutzschild" für die Fassade eingesetzt werden.
- Drainage so ausführen, dass Wasser nicht über die Kellersohle steigen kann. Ist das Grundwasser höher, ist eine dichte Wanne auszuführen.
- Eine Folie an der Kellerwand soll das kapillare Aufsteigen von Feuchtigkeit verhindern.
Eine gute Planung hilft, teure Baufehler zu vermeiden.
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