Alternative Kraftstoffe

Ein Drittel der CO2-Emissionen in unseren Breiten geht auf das Konto der Mobilität. Aus Gründen des Umwelt-
schutzes, aber auch wegen der steigenden Spritpreise, ist man auf der Suche nach leistbaren und effizienten Alternativen. Eine Möglichkeit dazu ist CNG (komprimiertes Erdgas), aber auch Energieträger auf Basis nachwach-
sender Rohstoffe finden zunehmende Verbreitung. Die österreichische NoVA (Normverbrauchs-Abgabe) fördert die Nutzung alternativer Kraftstoffe.

Komprimiertes Erdgas (CNG)

Im Gegensatz zum verflüssigten Propan-Butan-Gemisch "Autogas" (LPG) handelt es sich bei CNG um komprimiertes Erdgas. Dieses besteht zu 98 % aus Methan (CH4) und verursacht daher wesentlich weniger Schadstoffe als Benzin oder Diesel.

Vorteile für Konsumenten und Umwelt

  • geringerer Schadstoff- und CO2-Ausstoß
  • im Gegensatz zu LPG leichter als Luft - es können sich keine explosionsgefährlichen Lacken bilden, Nutzung von Tiefgaragen ist möglich (bei LPG nicht!)
  • besonders sichere Druckbehälter: Sie sind aus Stahl (in jüngster Zeit auch aus Aluminium oder Verbundmaterial) und verfügen über ein Verschlussventil und eine Überstromsicherung.
  • Betriebskosten im Vergleich zu Diesel um ein Drittel geringer, im Vergleich zu Benzin um bis zu 50 Prozent
  • störungsfreier und leiser Betrieb
  • hohe Klopffestigkeit

Mögliche Probleme

  • kein erneuerbarer Treibstoff, die Vorräte reichen aber noch für knapp zwei Jahrhunderte (gemessen am derzeitigen Verbrauch)

Da die Betriebskosten von CNG wesentlich niedriger sind, zahlen sich Erdgas-Fahrzeuge vor allem aus, wenn man höhere Kilometeranzahl zurücklegt. Einige österreichischen Energieversorger fördern den Neukauf oder die Umrüstung auf CNG. Bei Fahrzeugmodellen, die für die Nutzung mit CNG eingerichtet, muss man im Verleich zum Dieselmodell mit Mehrkosten von 500 bis 2.000 Euro rechnen.

Österreichweit gibt es zurzeit über 140 Tankstellen für CNG. Für Urlauber interessant: Auch in Deutschland und Italien ist das CNG-Tankstellennetz verhältnismäßig dicht.

Autogas (LPG)

LPG („Liquified Petroleum Gas“) wird häufig auch als Autogas bezeichnet. Es handelt sich dabei um ein Flüssiggas, das aus Propan und Butan besteht und das als Nebenprodukt bei der Rohölraffination gewonnen wird. Die Zusammensetzung variiert je nach Region: Je wärmer die Durchschnittstemperatur ist, umso höher ist der Butan-Anteil des Gemischs. Autogas zeichnet sich durch einen hohen Energiegehalt und Reinheitsgrad sowie eine besonderes saubere Verbrennung aus.

Vorteile für Konsumenten und Umwelt

  • Hohe Klopffestigkeit (Oktanzahl zumeist über 100 ROZ)
  • Geringere Umweltbelastung durch nahezu rückstandslose Verbrennung
  • Leiserer Betrieb
  • Betrieb ist vergleichsweise kostengünstig

Mögliche Probleme

  • Kein erneuerbarer Treibstoff (Verfügbarkeit ist der von Erdöl gleichzusetzen)
  • Unterschiedliche Zusammensetzung (international) beeinflusst Klopffestigkeit, Energiegehalt, Kraftstoffverbrauch und damit auch die Kraftstoffkosten

Tankstellen für LPG sind in Österreich dünn gesät.

Biofuels

Für die Verwendung nachwachsender Rohstoffe im Fahrzeugantrieb gibt es mehrere Konzepte: Neben Biogas und Biodiesel wird vor allem Bioethanol genutzt.

Biogas

Als Biogas wird im allgemeinen ein Gemisch aus den Hauptkomponenten Methan und Kohlenstoffdioxid bezeichnet, welches durch Faulprozesse in speziellen Biogasanlagen produziert wird. Gleichwertige Gase, die aber als Nebenprodukte entstehen (Deponiegas, Klärgas) werden manchmal  auch unter diesem Begriff zusammengefasst. Zur Biogasherstellung können Klärschlamm, Bioabfall, Speisereste, Gülle, Mist, aber auch sogenannte „Energiepflanzen“ genutzt werden.

Als Energieträger dient das im Biogas enthaltene Methan – je höher der Anteil, desto energiereicher ist das Gas.

Vorteile für Konsumenten und Umwelt

  • Aufbereitetes Biogas (Biomethan) uneingeschränkt als Ersatz für Erdgas verwendbar
  • Auf Erdgasqualität aufbereitetes Biogas hat unter den alternativen Kraftstoffen die beste Ökobilanz
  • Beachtliche CO2-Einsparungen durch nachhaltigen Rohstoff (je nach Ausgangsmaterial bis zu 70 % weniger CO2)

Mögliche Probleme

  • Der gezielte Anbau von Energiepflanzen kann ökologische Probleme nach sich ziehen (Monokulturen, intensive Landwirtschaft)
  • Umweltfreundlichkeit bzw. CO2-Bilanz hängt stark von den verwendeten Ausgangsstoffen ab

Tankstellen für Biogas gibt es Österreich weit derzeit nur eine Hand voll, ein weiterer Ausbau ist geplant.

Biodiesel

Als Ersatz für den fossilen Diesel wird Biodiesel eingesetzt, ein pflanzlicher Kraftstoff, der auf Basis von Pflanzenölen (Frischöle wie z.B. Rapsöl, ev. ergänzt durch Altspeiseöle) hergestellt wird. Das Öl wird u.a. mit Methanol versetzt und verestert. Es können auch unbehandelte Pflanzenöle als Energieträger eingesetzt werden, in diesen Fällen spricht man jedoch nicht von Biodiesel. Für die Verwendung von unbehandelten Pflanzenölen sind spezielle Motoren nötig.

Wichtig: Soll reiner Biodiesel eingesetzt werden, ist eine technische Freigabe durch den Hersteller erforderlich, eine Beimischung von bis zu 5 %, wie sie in Österreich standardmäßig an den Tankstellen erfolgt, ist mit allen Dieselmotoren problemlos möglich.

Vorteile für Konsumenten und Umwelt

  • Bei Leckagen weniger umweltbelastend
  • Nachhaltigkeit durch Nutzung nachwachsender Rohstoffe
  • Biodiesel senkt deutlich die Ruß-Emission (bis zu ca. 50 %)
  • Bessere CO2-Bilanz als Diesel 
  • Biodiesel enthält weder Benzol noch andere giftige Aromaten
  • Hohe Cetanzahl – bessere Verbrennung als Diesel

Mögliche Probleme

  • Verhältnismäßig hoher Energieaufwand zur Produktion
  • Reduktion der Anbauflächen, die für die Lebensmittelproduktion zur Verfügung stehen
  • Zur Verfügung stehende Fläche reicht bei Weitem nicht aus, um herkömmlichen Diesel durch Biotreibstoff zu ersetzen
  • Durch Stickstoffdüngung wird im Produktionszyklus das stark wirkende Treibhausgas Lachgas freigesetzt
  • bis zu ca. 40 % höhere Kohlenwasserstoff-Emission
  • teilweise höhere Stickoxid-Emissionen

Biodiesel ist dem Diesel in Österreich in geringen Teilen standardmäßig zugesetzt, Tankstellen für reinen Biodiesel gibt es zurzeit etwa 80.

 Bioethanol

Als Bioethanol (auch Agraralkohol) bezeichnet man Ethanol, das ausschließlich aus Biomasse (nachwachsende Kohlenstoffträger) oder den biologisch abbaubaren Anteilen von Abfällen hergestellt wurde und für die Verwendung als Biokraftstoff bestimmt ist. Als Treibstoff wird Ethanol in Brennstoffzellen und Verbrennungsmotoren eingesetzt, wobei bei letzteren ein Mischung mit Benzin üblich ist. Eine 5 %ige Beimischung (= E5) ist für die meisten Motoren kein Problem. So genannte Flexi Fuel Fahrzeuge (FFV) können problemlos sowohl Bioethanol, als auch Benzin tanken.

Vorteile für Konsumenten und Umwelt

  • Durch die höhere Klopffestigkeit kann die Motorleistung durch beigemischtes wasserfreies Ethanol zum Teil deutlich gesteigert werden.

Mögliche Probleme

  • Bioethanol wird häufig aus Lebens- und Futtermitteln erzeugt (Mais, Raps, Zuckerrübe), was zu Diskussionen um seine ethische Verträglichkeit geführt hat (steigende Lebensmittelpreise,...). Hoffnung setzt man daher in "Bioethanol der zweiten Generation" aus pflanzlichen Abfallstoffen oder speziellen Energiepflanzen.

Etwa 5 % (Anteil steigend) Bioethanol wird in Österreich dem Benzin zugesetzt. Reines Bioethanol ist derzeit nur an wenigen Tankstellen erhältlich.