Prozesswärme

Prozesswärme ist jene Wärme, die in Verarbeitungs- oder Herstellungsprozessen benötigt wird. Verluste haben hier einen besonders hohen Stellenwert, da Prozesswärme meist das ganze Jahr über notwendig ist. Je nach den ablaufenden Prozessen kann die Wärme in verschiedenen Formen und Temperaturniveaus zur Verfügung gestellt werden. Sie wird durch Verbrennung oder elektrischen Strom erzeugt und kann in vielen Fällen als Abwärme mehrfach verwendet werden.

Temperaturen unter 90 °C können durch wassergetragene Systeme bereit gestellt werden. Mittels Thermoöl erreicht man auch Temperaturen bis 300 °C. Bei Prozessdampf unterscheidet man Nass- und Heißdampf. Nassdampf erreicht in der Regel ein Temperaturniveau von 374 °C, darüber liegt Heißdampf.

Direkte Anwendungen der Verbrennung sind Prozesse, wie sie z. B. in der Verhüttung vorkommen. Temperaturen von 1.500 °C und mehr sind hier keine Seltenheit.

Grundsätzlich gilt: je höher das Temperaturniveau, umso geringer die Nutzungsgrade und umso höher in der Regel die Verluste. Daher muss der Einsatz hier besonders effizient erfolgen. Bei hohen Temperaturniveaus bewährt sich die Mehrphasennutzung. So kann z. B. entspannter Dampf zu Vorwärm- oder Trockenzwecken genutzt werden.

Prozesswärme birgt oft sehr hohe Einsparpotenziale. Um sie zu finden, braucht es einerseits Verständnis für den Prozess und andererseits Wissen, was man daraus machen kann.

Überprüfen Sie, ob in Ihrem Betrieb die Mehrfachnutzung von Wärmeenergie möglich ist.