Wärmebedarf von Gebäuden

Der Wärmebedarf von Gebäuden wird durch den Zustand der Gebäudehülle und durch den Luftwechsel beeinflusst. Die Gebäudehülle wird in die Bereiche Fenster und Türen, Wände (aufgehendes Mauerwerk), Decken und Fußböden aufgeteilt.

Den größten Wärmebedarf haben bei der Gebäudehülle im Allgemeinen Fenster und Türen, da sie meist einen 4- bis 5-fach schlechteren U-Wert aufweisen als Wände. Fenster gewinnen jedoch auch solare Energie, welche bei großen Glasflächen nicht immer voll genutzt werden kann. Bei modernen bzw. sanierten Gebäuden sollen Isolierverglasungen vorgesehen werden. Die Wärmedämmwerte von Außenwänden sind besser als die der Außenfenster, doch ist oft die Fläche der Wände 3- bis 4-mal so groß wie die der Fenster.

Moderne Bauten weisen nur noch ein Drittel des Energieverbrauchs eines 1975 errichteten Gebäudes auf. Auch der Passivhausstandard hat im Gewerbe- und Industriebau schon Einzug gehalten. Decken können je nach Flächenverhältnis zur Außenwand sehr hohe Energieverluste aufweisen, daher sollen auch sie sehr gut gedämmt sein. In einem zweistöckigen Gebäude können ohne weiteres 20 bis 30 Prozent an Energie verloren gehen. Diese Verluste lassen sich durch Dämmen der Decke extrem reduzieren. 24 cm Wärmedämmung können die Verluste um rund vier Fünftel reduzieren.

Fußböden können bei darunter liegenden Garagenplätzen oder Durchfahrten sehr kalt werden. In der Folge kann man Buchstäblich „kalte Füße“ bekommen. Um dem und den Verlusten vorzubeugen, soll auch hier ausreichend Wärmedämmung angebracht werden.

Der Luftwechsel wird durch vier Effekte beeinflusst:

  • Luftwechsel durch eine Lüftungsanlage
  • Luftwechsel durch das Nutzerverhalten
  • Luftwechsel durch die Kunden (offene Türen, Warmluftschleier bei den Eingängen)
  • Undichtheiten am Gebäude

Der Luftwechsel durch die Lüftungsanlage wird meist durch Vorgaben bestimmt bzw. muss den Auflagen der Arbeitnehmerschutzbestimmungen entsprechen und ist daher meist unveränderlich. Sehr wohl kann jedoch der Luftwechsel außerhalb der Betriebszeiten verändert werden. Sich damit auseinander zu setzen kann Betriebskosten sparen.

Das Lüften mittels Fenster und Türen kann vom Nutzer beeinflusst werden und sollte so effizient wie möglich erfolgen. Stoßlüften statt gekippter Fenster ist sinnvoller und spart Energie.

Einen sehr hohen Energiebedarf verursachen Warmluftschleier, die in der kalten Jahreszeit bei Eingängen das Eindringen kalter Luft vermeiden sollen. Neben den beträchtlichen Wärmemengen besteht auch ein erheblicher Strombedarf zum Betrieb der Gebläse.

Benutzerverhalten

Bewusst werden Fenster geöffnet, bei zu starker Abkühlung auch wieder „bewusst“ geschlossen. Gekippte Fenster kühlen den Raum nicht sehr intensiv ab, daher wird das Schließen der Fenster meist übersehen. Bei Fehlfunktionen kommt es meist zum „Ablüften“ der zu hohen Raumtemperaturen. Dem Nutzerverhalten sollte man sich daher umfassender widmen und funktionierende Rahmenbedingungen schaffen. Wichtig ist auch die Schulung und Motivation der Mitarbeiter im Hinblick auf ein energiesparendes Nutzerverhalten.

Sofort realisieren

  • Probleme der Wärmeversorgung mit Mitarbeitern besprechen, Störungen beheben
  • Raumklima mit Fachmann beurteilen und Maßnahmen setzen (z. B. Zugerscheinungen auf den Grund gehen und Gegenmaßnahmen setzen)
  • Mitarbeiter über Nutzerverhalten mit Fachmann informieren

Längerfristige Maßnahmen und Investitionen

Ein Umbau des Gebäudes aus Energiegründen rechnet sich oft sehr langfristig. Berücksichtigt man jedoch Instandhaltung und Komfortgewinn, sinken Amortisationen auf erträgliche Zeiträume. Förderungen begünstigen die Situation. Maßnahmen zur Verbesserung der Wärmedämmung und Behaglichkeit können sein:

  • Wärmeschutzgläser bei Auslagen bzw. Glastüren
  • Auslagen als eigene Räume gestalten, mit einer Pufferfunktion zwischen dem Innenraum und dem Außenklima
  • In hohen Räumen Wärme von der Decke zum Boden leiten
  • Warmluftschleier bei den Eingängen vermeiden, stattdessen Windfänge mit zwei automatischen Türen oder Drehtüren vorsehen
  • Wärmerückgewinnung bei Be- und Entlüftungsanlagen
  • Wärmedämmung an Außenwänden, Decken und Fußböden
  • Lüftungsanlagen an die Nutzung anpassen

Zukunftsaussichten

Energie wird immer teurer, eine durchdachte Planung beim Neubau bzw. bei der Sanierung wertet Ihr Objekt definitiv auf. „Wärmedämmung kostet einmal Geld und spart über den Betriebszeitraum enorm viel Betriebskosten.“

Quelle: WIFI/WKO

Gut gedämmte Gebäude halten die Wärme - und helfen Ihrem Unternehmen, Energie und Geld zu sparen.